Geschichte

Im Jahre 1978 wurde vom Berliner Senat das Sozialstationengesetz verabschiedet. Es wurde vereinbart, dass häusliche Krankenpflege zur Vermeidung von Krankenhausaufenthalt und zur Sicherung der ärztlichen Behandlung verordnet werden konnte mit dem Ziel, die hohen Kosten im Gesundheitswesen durch Verkürzung bzw. Vermeidung eines Krankenhausaufenthaltes zu reduzieren. Realisiert wurde dieses Ziel durch die Wohlfahrtsverbände, die innerhalb weniger Jahre die Gründung vieler Berliner Sozialstationen übernahmen. Dafür gab es Zuschüssen des Senats als auch Projektförderung durch z.B. Lottomittel. Im Gegenzug verpflichtete sich die Sozialstation, Patienten im Einzugsbereich zu übernehmen und Hauspflege sowie soziale Beratung vorzuhalten. Der Einzugsbereich war durch Straßenzuordnung genau geregelt.

Gründung unserer Sozialstation "Die Brücke"- Mitte

Mit der Grenzöffnung im Jahre 1989 und dem Aufbau von Sozialstationen im ehemaligen Ostteil Berlins entschied sich der Humanistische Verband, eine Pflegestation aufzubauen. Am 1. September 1991 wurde die Einrichtung von der Senatsverwaltung Berlins als Sozialstation anerkannt. Die als gemeinnützig anerkannten Träger der Sozialstationen waren und sind verpflichtet, Gewinne, die nicht zur Sicherstellung von Verbindlichkeiten erforderlich sind, wieder zu investieren und damit neue – auch nicht kostendeckende – Angebote aufzubauen. Am 1. September 2011 beging die Sozialstation "Die Brücke"-Mitte ihr 20-jähriges Jubiläum.

Mit der Ansiedlung von privaten Anbietern verschärfte sich die ohnehin vorhandene Konkurrenz unter den Pflegediensten. Die Einzugsbereiche waren nicht geschützt. Die privaten Anbieter erhielten keine Zuschüsse des Senates, durften Gewinne erwirtschaften und waren bezüglich der vorzuhaltenden Angebote nicht festgelegt. Der zunehmende Wettbewerbsdruck und die Streichung der Zuschüsse der Senatsverwaltung erforderten eine genaue Analyse der Stärken und Schwächen sowie das Aufstellen eines veränderten Konzeptes.

Immer wichtiger wurden eine gute Öffentlichkeitsarbeit, die unsere Besonderheiten gegenüber den Konkurrenten hervorheben konnte und der Aufbau von pflegeergänzenden Zusatzleistungen sowie Kooperationen mit anderen Dienstleistern.

Gründung unserer Sozialstation "Die Brücke" - Tempelhof

Aus einer solchen Kooperation ging die Sozialstation "Die Brücke" - Tempelhof hervor. Die Wohnungsbaugenossenschaft GeWoSüd und der Humanistische Verband haben sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam für Jung und Alt ihre Dienstleistungen anzubieten und ggf. auszubauen. In einem Mehrgenerationenhaus wurden zunächst ehrenamtliche Angebote, wie Kulturveranstaltungen, gemeinsam Ausflüge usw. aufgebaut und auf den gesamten "Kiez" ausgeweitet. Seit dem 1.1.2006 hat der Humanistische Verband den Versorgungsvertrag der Pflegekassen für die Sozialstation "Die Brücke-Tempelhof".

Seit dem 01.11.2014 betreibt die Sozialstation "Die Brücke-Tempelhof" in den Räumen der GEWOSÜD das Sen Seniorentreff KaffeeFlotteLotte, hier treffen sich Menschen jeden Alters, um in gemütlicher Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen zu plaudern, gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen oder an wechselnden Aktivitäten teilzunehmen. 

Pflege als Dienstleistung

Unsere Sozialstationen unterliegen den ständig wachsenden und sich verändernder Anforderungen. Spätestens mit Einführung der Pflegeversicherung wurden aus den Patienten Kunden (wir benutzen den Begriff "Pflegekunde"). Zum ersten Mal erfährt der Pflegekunde, was die "Dienstleistung" Pflege kostet. Ihm steht ein Leistungskatalog mit Leistungskomplexen zur Verfügung, aus dem er Leistungen auswählen und entpsrechende Dienstleistungsqualität einfordern kann.

Unsere Sozialstationen haben es ich zur vorrangigen Aufgabe gemacht, diesen Kundenwünschen zu entsprechen. Die Tatsache, dass wir uns im Bereich der ambulanten Pflege bis heute, trotz stetig wachsender Anforderungen, behaupten konnten, bestärkt uns in der Überzeugung und den Zielen, die Wünsche unserer Kunden auch zukünftig erfüllen zu können. Die Grundlage unseres Handels ist, neben den Wünschen der Kunden, die im Leitbild des humanistischen Verbandes und im abgeleiteten Pflegeleitbild verankerten Grundhaltungen zum Menschen und gemeinsame Zielrichtungen der Arbeit.

Inzwischen sind in den Sozialstatonen 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Sie betreuen ca. 200 Patienten.